Ensemble Orlando Fribourg

Seit drei Jahrzehnten schon brennt das Ensemble Orlando Fribourg für seine Leidenschaft: Das Vokalrepertoire der Renaissance, die wichtigste Quelle seiner Inspiration, und die Komponisten dieser Epoche wie Orlando di Lasso (Roland de Lassus), der dem professionellen Freiburger Ensemble seinen Namen gab. Die Leidenschaft, dieses anspruchsvolle Repertoire weiterzugeben, ist ebenso gross. Mitte der 1990er Jahre war Orlando das einzige Profi-Ensemble in der Schweiz, das gezielt solche Werke pflegte. Der erste Bühnenauftritt erfolgte im Rahmen des Internationalen Festivals für Geistliche Musik in Fribourg/Freiburg im Jahr 1994. Dies war der Auftakt zu zahlreichen Konzerten in der Schweiz und in Europa, insbesondere in Frankreich beim Internationalen Festival von Besançon, im Pin Galant in Bordeaux und in Avignon. Von einem Vorreiter entwickelte sich Orlando schnell zu einer Referenz, die von Fachkritik und Publikum gleichermassen gefeiert wurde. 

Auch der Wunsch nach Abwechslung zeichnet das Ensemble aus, den Horizont seines musikalischen Repertoires um Werke des italienischen, deutschen und englischen Barocks zu erweitern, ohne dabei zeitgenössische Stücke zu vergessen. Seit 30 Jahren knüpft Orlando durch Kooperationen mit international renommierten Instrumentalensembles wie Concerto Palatino, La Cetra Basel, Les Cornets noirs und in jüngerer Zeit dem Berner Sinfonieorchester und der Freitagsakademie Verbindungen. Hinzu kommen Kooperationen mit Amateur-Vokalensembles wie dem Chœur de May und dem Vokalensemble DIEVOLE im Jahr 2025 oder mit Studierenden der Musikhochschule HEMU. All diese Projekte haben eines gemeinsam: Den Wunsch, diese Leidenschaft zu teilen und weiterzugeben, die den Gründer und Leiter des Ensembles, Laurent Gendre, antreibt.

In mehr als dreissig Jahren hat Orlando eine umfangreiche Diskografie aufgebaut. Für das Label Cascavelle hat das Ensemble die „Hieremiae Prophetae Lamentationes“, die Lamentationen des Propheten Jeremias von Orlando di Lasso als Weltpremiere aufgenommen (1999, 10 von Répertoire), eine Monografie, die dem Schweizer Komponisten Ludwig Senfl gewidmet ist (2001, 5 von Diapason und Goldberg, 7 von Répertoire), sowie Werke von Monteverdi und Grandi (2002). Für das Label Claves hat es Stücke von Philippe de Monte (2007, 9 von Crescendo, 4 von Goldberg, Supersonic bei Pizzicato) und die Lutherischen Messen BWV 234 und 235 von J.S. Bach (2009) aufgenommen. Seine neueste Aufnahme von Schütz’ Psalmen steht kostenlos zum Download bereit.

Nicht zu vergessen sind die sozialen Netzwerke, die eine enge Bindung zum Publikum geschaffen haben. Davon zeugt das Video, in dem das Ensemble im Konzert die Kantate BWV 4 „Christ lag in Todesbanden“ von Johann Sebastian Bach aufführt und das von mehr als 753'000 Menschen angesehen wurde.

Orlando gibt seine Leidenschaft weiter und weckt Begeisterung!

LAURENT GENDRE

Er kann sich eine Welt ohne Musik nicht vorstellen, denn sie ist für ihn eine universelle Sprache, die Menschen einander näherbringt. Als Kind wuchs Laurent Gendre in einem musikalischen Umfeld auf und spielte seine ersten Tonleitern zuhause auf dem Klavier. Sein Werdegang wurde durch eine sehr aktive Mitwirkung in mehreren Freiburger Chören bereichert. So entstand eine Gewissheit: Musik wird als künstlerischer Austausch gelebt.

Nach dem Klavierstudium in Fribourg/Freiburg und der Dirigierausbildung an der Musikakademie Basel ergänzte er seinen Werdegang schon früh durch weiterführende Studien in Deutschland und Österreich. Sein Talent wurde schnell durch die Verleihung des Dirigentenpreises des Schweizerischen Musikerverbandes anerkannt, eine Auszeichnung, die den Beginn einer erfolgreichen Karriere in seinem Heimatland und eine Öffnung nach Europa markierte. Im Laufe der Jahre wurde Laurent Gendre eingeladen, zahlreiche renommierte Orchester zu dirigieren, darunter Sinfonieorchester, Kammerorchester sowie Ensembles, die sich auf das Barockrepertoire spezialisiert haben. Ob in Bern, Lausanne, Zürich, Prag, der Bretagne oder Lothringen – seine Karriere wird von der Fachkritik hoch gelobt.

Sein Engagement für das kreative Schaffen und das regionale Musikleben zeigt sich bereits 1994 mit der Gründung des Ensemble Orlando Fribourg, einem künstlerischen Abenteuer, das seinen Wunsch verdeutlicht, nachhaltige und menschliche Projekte aufzubauen. Denn Laurent Gendre legt Wert auf langfristige Kooperationen, die es ihm ermöglichen, vertrauensvolle Beziehungen zu den Künstlerinnen und Künstlern aufzubauen, mit denen er zusammenarbeitet, und sie auf ihrem Weg zur Exzellenz zu begleiten.

Zwischen 2009 und 2024 bekleidete er das Amt des künstlerischen Leiters des Freiburger Kammerorchesters OCF/FKO. Dort entwickelte er eine intensive Konzerttätigkeit in der Schweiz und im Ausland. Tourneen, Opernprojekte und Aufnahmen zeugen von dieser fruchtbaren Zusammenarbeit. Als langjähriger musikalischer Leiter der Oper Freiburg verfolgt er seinen Weg mit dem gleichen künstlerischen Anspruch und dem gleichen Wunsch, etwas weiterzugeben, wobei er die Musik stets in den Mittelpunkt der Begegnung zwischen Aufführenden und Publikum stellt.